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Diagnose der Urtikaria


Wenn eine Urtikaria länger als sechs Wochen dauert oder immer wieder auftritt, ist dermatologische Expertise zur genaueren Diagnostik gefragt. Ein einfacher Algorithmus hilft dabei, der Ursache rasch und sicher auf die Spur zu kommen.


Diagnostik bei Urtikaria

Die Urtikaria ist ein häufiges Krankheitsbild mit einer Lebenszeitprävalenz von etwa 20 Prozent.1 Besonders wichtig im Praxisalltag ist die differentialdiagnostische Abklärung, da es viele seltene Erkrankungen mit ähnlichem Erscheinungsbild gibt.2

Entscheidend ist im ersten Schritt eine ausführliche Anamnese. Der Anamnese schließt sich im nächsten Schritt eine gründliche körperliche Untersuchung an.  Empfehlenswert ist, dass Betroffene die Hautveränderungen fotografieren, da sie oft schnell wieder verschwinden. Wenn die Symptome über sechs Wochen bestehen bleiben, könnte es sich um eine chronische Urtikaria handeln – Fragebögen und Labortests können nun wichtige Hinweise liefern.1

Bei der chronischen Urtikaria ergeben sich je nach Unterform unterschiedliche Empfehlungen. Für die Anamnese gibt es spezielle Fragebögen.3 Während für die induzierbare Form je nach Auslöser neben entsprechenden Provokationstests in der Regel ein Differentialblutbild und die Messung der Blutsenkungsgeschwindigkeit (BSG) oder alternativ des C-reaktiven Proteins (CRP) vorgesehen sind, kann bei der chronischen spontanen Urtikaria (csU) darüber hinaus ein Entscheidungsbaum helfen.1,2

Diagnostik bei chronischer spontaner Urtikaria (csU)

Neben dem Differentialblutbild und der BSG- oder CRP-Messung sollten bei der csU Anti-TPO-Antikörper (Thyreoperoxidase-Antikörper) und das Gesamt-IgE (Immunglobulin E) bestimmt werden.1 Ein erweitertes Diagnostikprogramm kann den Ausschluss von anderen Ursachen wie eine Infektion mit Helicobacter pylori, Schilddrüsenerkrankungen und Allergien sowie Untersuchungen auf funktionelle Autoantikörper und schwere systemische Erkrankungen umfassen. Auch eine Hautbiopsie kann erforderlich sein.1 Insbesondere bei Betroffenen mit lang andauernder und unkontrollierter Erkrankung sollte der Leitlinien-Algorithmus beachtet werden. Je nach Präsentationsform der Urtikaria (Quaddeln und/oder Angioödeme) unterscheidet sich dieser und kann entscheidende Hinweise auf die zugrunde liegende Ursache der Läsionen liefern.1 

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Diagnostischer Algorithmus bei Quaddeln und/oder Angioödemen
 

 

 

Referenzen

  1. Zuberbier T, et al. Allergy. (2026):1–51.
  2. Zuberbier T, et al. https://urtikaria-helden.de/wp-content/uploads/2021/02/2388_CME_Urtikaria_WEB-1.pdf, (letzter Aufruf: 23.02.2026).
  3. https://www.hautwende.de/sites/hautwende_de/files/2025-05/hautwende-urtikaria-tagebuch-2025.pdf; (letzter Aufruf: 23.02.2026).

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