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Person mit Quaddeln kratzt sich an der Schulter
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Person mit Quaddeln kratzt sich an der Schulter

Symptome der Urtikaria


 In der klinischen Praxis kann es schwierig sein, eine Urtikaria zu erkennen und von ähnlichen Erkrankungen abzugrenzen sowie den Befund einer Urtikaria ätiologisch einzuordnen und einer der verschiedenen Unterformen zuzuordnen. Hier finden Sie relevante Informationen über die verschiedenen Präsentationsformen der Urtikaria.

Die Hauptsymptome der Urtikaria sind Quaddeln und Angioödeme, die plötzlich auftreten.1 Dabei können die Symptome sowohl einzeln als auch in Kombination erscheinen.2

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Ein gesunder Arm neben einem Arm mit Quaddeln

Quaddel
 

  • Scharf begrenzte oberflächlicheSchwellung von unterschiedlicher Größe und Form, die fast immer von einem Reflexerythem umgeben ist

  • Juckendes oder brennendes Gefühl

  • Flüchtigkeit, wobei sich das Erscheinungsbild der Haut gewöhnlich innerhalb von 30 Minuten bis 24 Stunden normalisiert2

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Gesicht einer Frau mit Angioödemen an Auge und Mund

Angioödem
 

  • Schnell auftretende, ausgeprägte, erythematöse oder hautfarbene tiefe Schwellung in der unteren Dermis und Subkutis oder in den Schleimhäuten

  • Kribbeln, Brennen, Spannungsgefühl und manchmal Schmerzen (eher als Juckreiz)

  • Eher langsame Rückbildung, die mit bis zu 72 Stunden länger dauert als bei Quaddeln2

Pathophysiologisch sind die Effloreszenzen die Folge einer vorübergehenden Vasodilatation und einer erhöhten Gefäßpermeabilität sowie einer Stimulation sensorischer Nervenenden in der Dermis. Diese Mechanismen scheinen vor allem durch die Aktivierung dermaler Mastzellen und ihrer Mediatoren vermittelt, wobei die genauen Mechanismen Gegenstand aktueller Forschung sind.1

Treten die Symptome der Urtikaria lediglich innerhalb eines Zeitraums von bis zu sechs Wochen auf, handelt es sich um eine akute Urtikaria. Halten die Symptome länger als sechs Wochen an, ist es definitionsgemäß eine chronische Urtikaria. Bei der chronischen Urtikaria gibt es zwei Formen: die chronische induzierbare Urtikaria und die chronische spontane Urtikaria. Die induzierbare Form hat definierte Auslöser wie Wärme, Kälte und Druck, bei der spontanen Form lassen sich diese nicht finden. Beide Formen können zusammen auftreten.2

Während spezifische Auslöser der chronischen induzierbaren Urtikaria sich nach deren Identifikation vermeiden oder abschwächen lassen, ist das bei der chronischen spontanen Form nicht möglich. Die Folge ist eine deutliche Einschränkung der Lebensqualität: Juckreiz, Quaddeln und starke Hautschwellungen können zu Schlafstörungen und daraus resultierender Müdigkeit, Einschränkungen im Alltag, Veränderungen des Aussehens, Angst und Depressionen mit sozialen und beruflichen Folgen führen. Viele Betroffene erleiden das Gefühl eines Kontrollverlusts über das eigene Leben, da die Schübe unkontrolliert auftreten können.3 Die Urtikaria führt, wie die Psoriasis auch, im Vergleich zu anderen Hauterkrankungen zu einer am stärksten eingeschränkten Lebensqualität.1,2 Deshalb ist es umso wichtiger, bei einer Urtikaria die leitliniengerechte Diagnostik und Therapie einzuleiten.

 

Referenzen

  1. Zuberbier T, et al. https://urtikaria-helden.de/wp-content/uploads/2021/02/2388_CME_Urtikaria_WEB-1.pdf, (zuletzt aufgerufen am 20.02.2026).
  2. Zuberbier T, et al. Allergy. (2026):1–51.
  3. Weller K. Lebensqualität, Versorgungssituation und Therapieansprechen von Patienten mit chronischer spontaner Urtikaria. 
    https://refubium.fu-berlin.de/bitstream/handle/fub188/3664/Habilitationsschrift_Weller.pdf, (zuletzt aufgerufen am 20.02.2026).

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