Chronische spontane Urtikaria (csU)
Die chronische spontane Urtikaria (csU), auch Nesselsucht genannt, ist eine Hauterkrankung, die eine erhebliche Belastung für die Patient*innen darstellt: So treten über einen Zeitraum von mehr als sechs Wochen plötzlich und ohne erkennbare Ursache rote, geschwollene, juckende und zum Teil schmerzhafte Quaddeln auf der Haut auf.1,2 Bei über 40 % der Urtikaria-Patient*innen kommt es darüber hinaus zu Schwellungen der tieferen Hautschichten, sogenannten Angioödemen, teilweise im Gesicht.3
Mehr zu den Grundlagen der csU
Urtikaria – Anzeichen und Symptome erkennen4
Akute Urtikaria: leicht zu erkennen, gut zu behandeln, klingt meistspontan wieder ab.
Chronische Urtikaria: ab 6 Wochen, kann über Jahre anhalten, Patient*innen leiden immens.
Chronische spontane Urtikaria: Ursachen sind meist unklar,80 % der chronischen Urtikaria-Patient*innen sind betroffen.
Trotz massiver Beeinträchtigungen im täglichen Leben wird csU im klinischen Alltag oft unterschätzt. Symptomfreiheit ist gemäß Leitlinie das zentrale Behandlungsziel.4
Verringerte Lebensqualität durch unzureichende csU-Kontrolle
Gemäß aktuellen Leitlinien verfolgt die Therapie das Ziel der vollständigen Symptomfreiheit und erfolgt stufenweise, beginnend mit Antihistaminika in Standard- und Hochdosis.4
Leitliniengerechte Therapieanpassung4
- Bei Bedarf können Patient*innen ihre Antihistaminika selbstständig aufdosieren – bis auf die 4-fache Dosis (off-label).
- Achtung! Aufklärung über ggf. eingeschränkte Fahrtüchtigkeit!
- Unverträglichkeit durch Nebenwirkungen (z. B. starke Müdigkeit) sind ein Grund dafür, die Therapie anzupassen.
Eine Meta-Analyse von 15 Studien zur Untersuchung der csU-Behandlung zeigt: > 50 % aller an csU Erkrankten haben weiterhin Symptome unter AH-Therapie, auch bei der in der Leitlinie empfohlenen Maximaldosis (4x Standarddosis).5
Der Schweregrad der csU-Symptome spielt bei der Therapieentscheidung eine wichtige Rolle. Dieser wird aus Sicht von Ärzt*innen und Patient*innen unterschiedlich angegeben.6,7
Diese Unterschiede könnten durch die intermittierenden Symptome und die Unvorhersehbarkeit der Schübe begründet sein. Sie machen es Patient*innen schwer, die vollen Auswirkungen der Symptome während des Arzttermins realistisch zu schildern.
Zur realitätsgetreuen Schilderung der Symptome kann ein Tagebuch Ihren Patient*innen helfen:
Woran erkennen Sie, dass die bisherige Therapie nicht ausreicht?
Fragen Sie bei Ihren Patient*innen nach!
Vor allem der Juckreiz beeinträchtigt den Schlaf und Aktivitäten des täglichen Lebens.
Gestörter Schlaf6,8-11
- Längere Einschlafenzeit10,11
- Kürzere Schlafdauer10,11
- Lebensqualität besonders stark beeinträchtigt6,9
Einschränkungen des Alltagslebens6,11,12
- Betrifft Bewegung, Hausarbeit, Kinderbetreuung, Studium, Beruf etc.
- Bis 40 % Einbußen bei der Produktivität6,12,13
Auch Komorbiditäten können mit der csU einhergehen. Neben der Beeinträchtigung der Lebensqualität der Patient*innen können diese sich auf den Verlauf der Erkrankung auswirken.14
Entschlossenes Handeln hilft, Therapieversagen frühzeitig zu erkennen!
Lassen Sie keine*n Patient*in unversorgt!
In einer Beobachtungsstudie waren ca. 1 von 5 Erkrankten ohne Behandlung, obwohl sie csU-Symptome hatten und vorher bereits behandelt worden waren.6
Verhindern Sie Behandlungsabbrüche!
Dauert die Symptomatik an, kann der Wechsel zwischen Antihistaminika Fortschritte bei der Therapie verzögern und zu einem Abbruch der Behandlung führen.6,15
Fragen Sie gezielt bei Ihren Patient*innen nach! Identifizieren Sie Patient*innen, die zusätzliche Therapie-Maßnahmen benötigen.4,16
a Off-Label. b 300 mg alle 4 Wochen. c Bis zu 5 mg/kg Körpergewicht (Off-Label).
Abkürzungen
AH Antihistaminika. csU chronische spontane Urtikaria. UCT Urtikaria-Kontrolltest.
Referenzen
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- Maurer M et al., Unmet clinical needs in chronic spontaneous urticaria. A GA(2)LEN task force report. Allergy 2011;66:317–330.
- Sánchez-Borges M et al., Diagnosis and Treatment of Urticaria and Angioedema: A Worldwide Perspective. World Allergy Organ 2012; 5:125-47.
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- Kaplan A, et al. Allergy 2023;78(2):389-401.
- Maurer M, et al. Allergy 2017;72(12):2005-2016.
- Mosnaim G, et al. Ann Allergy Asthma Immunol 2025;134(3):315-323.e3.
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- Baudy A, et al. Acta Derm Venereol 2024;104:adv36122.
- Reilly M, et al. Pharmacoeconomics 1993;4(5):353-365.
- Wagner, N., Berking, C. Erkennen und Management relevanter Komorbiditäten bei chronischer spontaner Urtikaria. Dermatologie 75, 289–294 (2024).
- Bernstein J, et al. Ann Allergy Asthma Immunol. Oral abstract. 2023;131:S3−S13.
- Maurer M, et al. Clin Exp Allergy 2020;50(10):1166-1175.
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